ISDN-Zugang unter Windows 95
ISDN-Zugang unter Windows 95
Der Fachbereich Informatik der Universität Bremen bietet für Studierende des Studienganges
Informatik die Möglichkeit des Zugriffs auf das Internet mittels ISDN.
Besonders derjenige, der schon mehrmals vergeblich versucht hat, sich per Modem
über den Annex-Zugang des ZfN in das Netz der Universität einzuwählen, wird wissen,
daß dieser Vorgang sehr lange dauern kann, da die 10 Modems oftmals belegt sind.
Für viele andere Betriebssysteme gibt es schon eine Reihe guter Programme, die
für einen reibungslosen Zugang zum Internet mittels ISDN, sorgen. Für Windows 95
gibt es erst wenige Programme, die den meisten Ansprüchen gerecht werden. Die
in folgenden dargestellte Lösung ist auch noch keine reine Windows 95-Lösung, da
in der autoexec.bat noch ein Treiber geladen werden muß, sie bietet jedoch die
Möglichkeit einfach und ohne größere Komplikationen den Internetzugang der
Universität zu nutzen.
Die Software
Es wird folgende Software benötigt:
Zugang über HDLC / IP-Raw
Beantragen eines ISDN-Zuganges
Um einen Zugang zum FB3-Netz über ISDN zu bekommen, muß eine E-Mail an Carsten Bormann geschrieben werden. Er benötigt folgende Angaben:
- Name, Vorname, Straße, PLZ, Ort
- ISDN-Karte
- CAPI-Version
- Zugangsart (am besten Raw-IP in HDLC)
- ISDN-Typ (Euro-ISDN oder 1TR6)
- ISDN-Telefonnummer
- Voice-Telefonnummer
Wenn alle Angaben korrekt sein sollten, erhält man von ihm eine IP-Adresse und einen Default-Router zugewiesen. Diese Daten sollte man sich für später merken.
Installation der CAPI
Als erstes müssen die Treiber für die ISDN-Karte, sowie die CAPI in der Version 2.0 installiert
werden, damit CINDI installiert werden kann. Diese Dokumentation bezieht sich auf die
Version 2.05 von CINDI.
Installation von CINDI
Nun wird CINDI in ein beliebiges Verzeichnis kopiert und dort entpackt.
Um CINDI als Netzwerkkarte zu installieren, wird in der Systemsteuerung der Punkt Netzwerk
aufgerufen. Nun muß der Button "Hinzufügen" und anschließend "Diskette"angeklickt werden.
Nun werden Sie aufgefordert das Verzeichnis einzugeben, in das Sie soeben CINDI kopiert haben.
Das Fenster, das nun erscheint, sollte Ihnen folgende Netzwerkkarte anbieten:
Common ISDN-API 2.0 NDIS Driver
Diese Karte sollten sie auswählen und "OK" klicken.
Als nächstes muß CINDI in der Autoexec.bat aufgerufen werden. Dazu müssen folgende Einträge per Hand gemacht werden:
c:\windows\net init
c:\cindipath\cindi [Registrierungscode oder ?] c:\cindipath\cindi.ini 0x70
c:\windows\net start
Weiterhin muß die Datei cindi.ini im CINDI-Verzeichnis wie folgt aussehen:
-e0421123456 # local numbers: outgoing, incoming
-u # only one active channel
-w # DOS activity display
0.0.0.0 04212022987 -h0 -d3 -t60,10
Wobei 0421123456 die eigene ISDN-Telefonnummer sein sollte. Die Switches in der letzten Zeile bedeuten im einzelnen:
- -h0
- HDLC-Protokoll, IP-Data, kein Header
- -d3
- eingehende Rufe werden zurückgewiesen, die identifizierte ISDN-Rufnummer wird jedoch zurückgerufen.
- -t60,10
- Die Verbindung wird automatisch nach maximal 60 Sekunden abgebrochen, wenn keine Daten übertragen
worden sind. Der zweite Parameter macht nur für ISDN-Anschlüsse sinn, bei denen die Gebührenübermittlung
während des Gespräches aktiviert ist: Die Verbindung wird mindestens noch 10 Sekunden gehalten. Im Zeitraum zwischen
10 und 60 Sekunden bricht CINDI die Verbindung kurz vor Beginn einer neuen Einheit ab.
Für Verbindungen im Tarifbereich City bietet sich vielleicht eher eine Einstellung wie -t150,10 an, wenn man hauptsächlich
zwischen 18.00 und 21.00 Uhr oder am Wochenende tagsüber ins Fachbereichsnetz möchte. (Für die optimale Einstellung
dieses Wertes sollte man einfach einmal die "Preisinformation Teil 2" der Telekom studieren.)
Weitere Switches werden in der Dokumentation von CINDI erlätert.
Installation von TCP/IP
Als nächstes muß der TCP/IP-Treiber installiert werden. Hierzu klicken Sie im Netzwerk-Setup der Systemsteuerung "Hinzufügen" und "Protokoll" an.
Wählen Sie nun vom Hersteller Microsoft den Treiber für TCP/IP aus. Anschließend müssen Sie alle
anderen Protokolle, die noch an CINDI gebunden sind, wieder entfernen.
Konfiguration von TCP/IP
Um TCP/IP zu konfigurieren, wählt man das Protokoll im Fenster Netzwerk aus und klickt
anschließend auf "Eigenschaften". Es öffnet sich nun der Dialog "Eigenschaften für TCP/IP. Hier sollten folgende Einstellungen getroffen werden:
- Gateway:
- Im Folder "Gateway" wird die IP-Adresse des Default-Routers eingetragen (also z.B. 134.102.219.197).
- IP-Adresse
- Im Folder IP-Adresse wählt man zuerst IP-Adresse festlegen aus und trägt anschließend die zugewiesene IP-Adresse im dazugehörigen Feld ein. Die Subnet Mask sollte "255.255.0.0" lauten.
- DNS-Konfuguration
- In diesem Folder wird zuerst DNS aktiviert. In die Felder Host wird der Hostname eingetragen (z.B. xxx.home) bei Domäne sollte der Eintrag "informatik.uni-bremen.de" lauten. (So funktioniert es zumindest!)
Im Feld "Suchreihenfolge für DNS-Server" wird der Server mit der Adresse "134.102.200.14" eingetragen.
Nun kann der OK-Button angeklickt werden, da alle nötigen Einstellungen getroffen worden sind.
Damit ist die Installation abgeschlossen und nach einem Neustart des Rechners sollte der Zugriff auf das FB3-Netz gelingen.
Testen der Verbindung
Als erstes sollte das Programm ISDN2MON gestartet werden, daß einige Informationen über Verbindungen mittels CINDI ausgibt. Nun sollte als erstes ein Ping auf einen Rechner erfolgen, um zu überprüfen, ob die Verbindung korrekt aufgebaut wird.
ping kinkel.informatik.uni-bremen.de
Wenn das Ping ordnungsgemäß funktioniert hat, kann nun begonnen werden auch andere TCP/IP-Applikationen zu installieren und auszuprobieren. Bei Problemen sollten noch einmal alle Eingaben und Einstellungen überprüft werden.
Markus Dahlweid / 25. März 1996
dahlweid@informatik.uni-bremen.de